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Zum dritten Mal in Folge lässt der morgendliche Blick aus dem Fenster unserer Unterkunft in Oslo nichts Gutes für den geplanten Flug nach Florø erahnen: Grauer Himmel und Regen. Das METAR aus Oslo, welches BKN in 4.700 Fuß meldet, bringt uns unsere Hoffnung zurück, mit zumindest einem Zwischenstopp unserem Etappenziel näher zu kommen. Als Zwischenstopp wählen wir den Flugplatz Fagernes-Leirin nordwestlich von Oslo und geben einen entsprechenden, ab 50NM Überlandflug obligatorischen Flugplan auf. Da das TAF eine Verschlechterung des Wetters, insbesondere der Wolkenuntergrenzen vorhersagt, ist mal wieder etwas Eile geboten.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln haben wir uns inzwischen angefreundet und schaffen es innerhalb von 40 Minuten zum Flugplatz Kjeller.

Nach dem Abheben ist zu erkennen, dass der Flug nach Fagernes wohl problemlos möglich sein wird. Unter uns beginnt sich die Landschaft zu wandeln. Häuser sind immer seltener zu sehen, dafür umso mehr Wälder und Seen; es wird bergiger. Trotz kleinerer Umwege erreichen wir nach ca. 1:50h Flugzeit unser Zwischenziel und stellen stellen fest, dass wir unsere Tanks - entgegen vorheriger Informationen - auf 182 Liter mit AVGAS auffüllen können.
Die Aufgabe des Flugplanes via IPPC.no ist inzwischen schon Routine geworden, sodass sich unsere Bodenzeit in Fagernes auf eine Stunde reduziert. Zur Erinnerung: Flugpläne müssen spätestens eine Stunde vor EOBT (vorauss. Offblockzeit) aufgegeben werden.

 

 

 

 

Zehn Minuten nach dem Start in Fagernes können wir den größten Berg Skandinaviens, den "Galdhøpiggen" in der Ferne erkennen. Auf dem Flug nach Florø entfaltet sich jetzt die gesamte Schönheit Norwegens. Schroffe Berge, steile Fjorde und kristallklare Gletscherseen. Eine faszinierende und beeindruckende Gegend. Im Funk herrscht Stille und so ist im Flugzeug nur der beständig vor sich herbrummende Lycoming zu hören. Wir begutachten die unwirtliche Landschaft, die unter uns vorbeizieht.

Aufgrund der Geländehöhe verläuft auch dieser Flug auf 6500 Fuß. Hierbei ist zu beachten, dass es in Norwegen keine einheitliche TA (Transition Altitude) gibt. Die im Gebiet gültige TA ist in den jeweiligen Flugplatzkarten zu finden.
Auch der Flugplatz Florø ist von einer TIZ (Traffic Information Zone) umgeben, die in etwa der deutschen RMZ (Radio Mandatory Zone) entspricht. Hier ist also vor Einflug darauf zu achten, Funkkontakt mit Florø Information hergestellt zu haben. Da es in Norwegen relativ wenige Flugplätze gibt, die vorhandenen Plätze aber meist auch von Regionalfluggesellschaften wie Widerøe angeflogen werden, ist um viele Plätze eine RMZ und um einige zusätzlich eine TIA (Traffic Information Area) eingerichtet, bei der Funkkontakt zu einer überregionalen Flugsicherungsstelle wie z.B. Norway Control hergestellt werden muss.

 

 

 

Anflug und Landung auf Florø gestalten sich völlig unkompliziert, sind dafür aber erneut landschaftlich sehr interessant. Inzwischen spielt auch das Wetter wieder mit und so bietet der Anflug auf die Piste 07, der über einige kleine Inseln führt, ein wundervolles Panorama über die Berglandschaft mit ihren Fjorden.

Alles in allem sind wir froh darüber, am Morgen in Oslo beim Blick aus dem Fenster nicht gleich wieder die Decke über den Kopf gezogen zu haben und mit der Entscheidung, den Flugweg etwas nach Norden zu verlagern und mit einem Zwischenstopp zu versehen, goldrichtig lagen.

 

Weiterlesen: #7 Sunset-Flug über den Fjorden




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