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Mitflugzentralen gibt es schon seit langer Zeit. Jedoch waren Angebot und Nachfrage noch nie so hoch wie derzeit. In Tageszeitungen, Fernsehberichten und Sozialen Netzwerken gab es in den vergangenen Monaten vermehrt Berichte zu diesem Thema. Mitflugzentralen lohnen sich sowohl für Piloten als auch für die Mitflieger: Der Pilot sammelt Flugzeit und Erfahrung und kann seine Faszination teilen. Der Mitflieger kommt günstig in die Luft und Verein bzw. Vercharterer bewegen ihre Flugzeuge.

Wingly.io

Wir haben uns daher mit Wingly, einer der bekanntesten Mitflugzentralen, in Verbindung gesetzt, um das Angebot und auch die Risiken von Mitflugzentralen näher zu beleuchten.

 


Wie viele Piloten/Mitflieger sind derzeit ca. im deutschsprachigen Wingly-Bestand? Gibt es eine Art Buchungsquote auf die bereitgestellten Flüge? Was wird gerne gebucht, was eher weniger?

Gerade einmal drei Monate seit unserem Start in Deutschland konnten wir über 1.000 deutsche Piloten gewinnen. Diese haben bereits über 2.000 Flüge bereitgestellt, wovon ein Drittel voll ausgelastet (gebucht) wurde. Das sind Zahlen, die sehr identisch mit unserem französischen Start sind und unsere Initiative unterstützen. Die Mitflugzentrale ist ein brandneuer Markt. Mit ihr möchten wir den sinkenden Flugstundenzahlen von Piloten entgegenwirken und langfristig für mehr Piloten sorgen.

Was ist das besondere an Wingly im Vergleich zu anderen Mitflugzentralen, warum sollte sich ein Pilot gerade bei Wingly anmelden?

Der Pilot profitiert von beidseitiger Verifizierung von jeweils Mitflieger und Flieger (Vertrauen & Sicherheit) aber vor allem von einer großen Reichweite. Zweitausend Besucher am Tag sind keine Seltenheit. Die Menschen mögen das Konzept des Mitfliegens genau so gerne wie das des Mitfahrens. Für Passagiere ist der Vorteil ganz klar die große Transparenz in Sachen Sicherheit und Ablauf. Wir versuchen, bestmöglich zu beschreiben, um welche Aktivität es sich handelt und zeigen selbstverständlich auch Risiken und Gefahren auf. Der Pilot wird bei seinem Vorab-Briefing also positiv über den Wissensstand der Gäste überrascht sein.

Ist ein Pilot bei Mitflieger über Wingly immer auf der rechtlich sauberen Seite? Gibt es Lücken im Gesetz?

Die EASA hat mit der EU Verordnung 965/2012 den Grundstein für das Teilen von Flügen gesetzt. Auch das deutsche Gesetz erlaubt das Kostenteilen unter den Nutzern, egal ob es zwischen Freunden ist oder ob der Flug auf Web-Plattformen wie Wingly angeboten wird. Dies haben uns sowohl das LBA, BMVI als auch die EASA schriftlich bestätigt. Die ganze Aktivität ist solange legal, bis der Pilot 1 ct daran Gewinn macht. Da bei uns aber Pilot und Passagier die Kosten zu gleichen Stücken teilen müssen, kann es gar nicht so weit kommen. Mehr Informationen zur Legalität und Versicherung gibt es auf Wingly (mit den Schreiben der Institutionen).

Teilweise gibt es Flugangebote, die nur unter der Bedingung stattfinden, dass sich beispielsweise genug Mitflieger melden. Ist darunter noch die Idee einer Mitflugzentrale zu sehen? Werden solche Flüge herausgenommen?

Solche Angebote sind sicherlich nicht die Vorzeigeobjekte einer Mitflugzentrale. Piloten, die solche Flüge anbieten, bekommen von uns einen Hinweis. Im Endeffekt ist jeder Pilot aber für seine Flüge und die Angebote verantwortlich. Wenn jemand beispielsweise beim Preis schummelt, haftet der Pilot dafür. In der Regel haben wir solche Probleme aber nicht. 99% der Flieger möchten Leidenschaft und zugleich auch einen Teil der Kosten teilen. Die freuen sich auch über einen Mitflieger.

Ist eine Mitflugbörse nicht schädigend gegenüber Firmen, die von Rundflügen leben müssen? Wie steht Wingly dazu?

Wir bieten jedem Verein, der Schnupperflüge anbietet, die Möglichkeit mit uns zusammenzuarbeiten. Unser Ziel ist es, auf lange Sicht den Markt an privater Luftfahrt anzuspornen. Das kommt im Endeffekt auch wieder dem Verein zu Gute. Fliegen Piloten mehr auf gecharterten Maschinen, nimmt der Verein / Vercharterer mehr ein. Im Umkehrschluss können also auf lange Sicht entweder neue Flugzeuge angeschafft werden oder aber die Kosten gesenkt werden. Eine Mischung aus beidem wäre grandios.

Gab es in der Vergangenheit Probleme mit Piloten oder noch schlimmer Mitfliegern, sodass ein Flug abgebrochen werden musste?

Ganz im Gegenteil. In den über 500 Flügen die bereits stattfanden gab es lediglich einmal ein Problem. Und das war schlicht ein typisches Magenproblem, wo der Pilot (übrigens mit knapp 100 Flugstunden) souverän „notgelandet“ ist und für ein Happy End gesorgt hat. Ansonsten waren Gäste sowie Piloten immer sehr zufrieden, manche haben sogar Freundschaft geschlossen. Andere wiederum haben ihre PPL-Ausbildung begonnen und einer davon bietet bereits heute seine Flüge (an der französischen Mittelmeerküste) an. Ergebnisse, auf die wir stolz sind. Ein Großteil macht aber sicherlich auch die vorherige Aufklärung aus. Passagiere wissen, dass es im kleinen Flieger mal wackeln kann und wissen, dass ein Flug bei schlechtem Wetter abgesagt wird.

Gibt es bereits Planungen für die Zukunft? Neue Buchungsmöglichkeiten oder Darstellungen auf der Webseite?

Wir haben viele Ideen und Visionen und arbeiten hart daran. Deswegen rekrutieren wir aktuell auch aktiv Entwickler, Marketing und Grafik-Menschen. Mehr dazu auf Wingly.

 

Wir bedanken uns bei Lars, Wingly - Founder & CTO, für dieses Interview und wünschen der Plattform alles Gute in der Zukunft.

 

Links zu deutschsprachigen Mitflugzentralen:

Wingly - deine Mitflugzentrale
Flyt.club - Deine Mitflugzentrale
COAVMI | Die Fluggemeinschaft Webseite!
Skyüber - Let's get you flying




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