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Allgemeines

Auch in der Luftfahrt gibt es viele Möglichkeiten, im Cockpit zu landen. Der Standardweg verläuft sicherlich über eine zivile Ausbildung, jedoch kann als weitere Option oder aus persönlicher Überzeugung, die militärische Laufbahn beim fliegerischen Dienst der Luftwaffe, der richtige sein.

 

Anforderungen an den Bewerber

A400MHier erwartet Sie eine sehr anspruchsvolle und herausfordernde Tätigkeit und vor allem ein sicherer Arbeitsplatz, da eine Insolvenz der Bundeswehr nahezu ausgeschlossen ist. Doch wer modernste Technik beherrschen möchte, muss auch bei der Bundeswehr hohen Erwartungen und Anforderungen gerecht werden. Teilweise unterscheidet sich das Aufgabenspektrum von zivilen und militärischen Luftfahrzeugführern grundsätzlich voneinander sogar bis hin zum manuellen Steuern des Luftfahrzeuges entlang des Geländeprofils (Konturenflug). Wenn Sie die Pilotenlaufbahn bei der Bundeswehr in Erwägung ziehen, sollte Ihnen bewusst sein, dass Ihre Fähigkeiten auch in Situationen mit gegnerischer Bedrohung abgerufen werden könnten.

Da Sie als Offizier nicht nur als Pilot, sondern auch als militärische Führungskraft fungieren, sind vor allem persönlicher Leistungswille, Entschlusskraft, Teamfähigkeit, Motivation und ein Höchstmaß an Führungskompetenz gefragt, um unter außergewöhnlichen Belastungen verantwortungsvoll zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Hierfür sind neben fachlichem Können auch soziale Kompetenzen erforderlich. Hohe körperliche Leistungsfähigkeit gehört neben geistiger, sowie charakterlicher Reife ebenfalls zu den Voraussetzungen.

Sobald man Offizier der Bundeswehr im fliegerischen Dienst ist, warten spannende und komplexe Aufgaben im Bereich der Luftwaffe, Marine und Heer, auf welche man während der Ausbildung sorgfältig vorbereitet wird.

 

Bewerbungsverfahren

Der erste Schritt in Richtung Bundeswehr sollte zum Wehrdienstberater führen, welcher in einem persönlichen Gespräch die eigenen Fragen beantwortet und weitere Informationen über die Streitkräfte und Ihre Organisationsbereiche, Aus-, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen, Besoldung etc. zur Verfügung stellt.

Nun steht der Bewerbung nichts mehr im Wege, sofern man die deutsche Staatsbürgerschaft gemäß Art. 116 des Grundgesetzes besitzt. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre (mit Einverständnis der Eltern) und das Höchstalter 29 Jahre. Abhängig vom Schulabschluss durchläuft man die Laufbahn eines Offiziers des Truppendienstes (Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand) oder die eines Offiziers des militärfachlichen Dienstes (Realschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungstand), wobei hier der Einstieg über die Laufbahn der Unteroffiziere stattfindet. Es folgt die Eignungsfeststellung, wo der Bewerber in drei verschiedenen Phasen auf Herz und Nieren geprüft wird.
In der ersten Phase wird die allgemeine Offiziereignung untersucht, sowie ein erster Test hinsichtlich der fliegerischen Eignung in der Offiziersbewerberprüfzentrale (OPZ) in Köln durchgeführt.
Während der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf der flugmedizinischen und flugpsychologischen Eignung, welche im Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck innerhalb von einer Woche untersucht wird.
Nach erfolgreichem Bestehen der zweiten Phase schließt sich in der dritten Phase eine psychomotorische Eignungsfeststellung in Form von aufeinander aufbauenden fliegerischen Lernproben an. Zusätzlich müssen verschiedene Aufgaben in einem Simulator absolviert werden. Für Bewerber als Kampf-, Transport, U-Boot-Jagdflugzeugführer und Waffensystemoffiziere findet die etwa einwöchige Untersuchung in Fürstenfeldbruck statt.

 

 

 

Bewerber als Hubschrauberführer aller Teilstreitkräfte der Bundeswehr oder Luftfahrzeugoperationsoffiziere der Marine werden nach Bückeburg eingeladen. 
Nach einem positiven Ergebnis hat man sich erfolgreich für mindestens 16 Jahren verpflichtet. Die Dienstzeit wird jedoch nicht sofort auf die volle Verpflichtungszeit, sondern nach bestandenen Ausbildungsabschnitten stufenweise festgesetzt.

 

Ablauf der Ausbildung

Der Beginn der eigentlichen Ausbildung enthält noch wenig fliegerischen Stoff. Die ersten elf Monate beschränken sich auf einen Offizierslehrgang an der Offiziersschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Ein Studium kann nach dem Offizierslehrgang gegebenenfalls an den Militäruniversitäten der Bundeswehr in München und Hamburg absolviert werden.
Dem schließt sich der erste Kontakt mit dem Steuerknüppel an. Währen der acht monatigen fliegerischen Vor- und Erstausbildung. Noch in Fürstenfeldbruck erhält man Unterricht in Fliegerenglisch, Überlebenstraining See, Navigation, die flugphysiologische Ausbildung in der Unterdruckkammer und der Humanzentrifuge. Für den praktischen Teil der Erstausbildung geht es in die USA nach Goodyear.

 

 

 

Die zukünftigen Transportpiloten absolvieren hier 13 Flugstunden auf einer Grob 120, die zukünftigen Kampfflugzeugführer sogar bis zu 36. Die Transportflugzeugführer nehmen in der nächsten Ausbildungsphase, der Grundlagenausbildung, an dem Unterricht der Lufthansa (Lufthansa Flight Training) in Bremen, sowie in Goodyear teil und schließen hier Ihre Ausbildung mit dem Militärluftfahrzeugführerschein (MFS) und einer zivilen Berufspilotenlizenz (CPL/IR) ab. Anschließend erfolgt für die Transportpiloten eine etwa sechsmonatige Ausbildung (Type Rating) auf dem Einsatzmuster TRANSALL C-160 in Wunstorf oder in naher Zukunft auch auf dem A400M.
Bedarfsorientiert werden auch einige wenige Transportpiloten auf den Mustern der Flugbereitschaft BMVg Airbus 310, A 319, A 340 und Global 5000 geschult. Wer zu den Marinefliegern kommt, erhält eine Musterberechtigung auf der P-3C ORION oder DO 228.

 

 c53Zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug Eurofighter Typhoon

 

Die 15-monatige fliegerische Grund- und Fortgeschrittenenausbildung der Kampfflugzeugführer wird zusammen mit anderen Flugschülern der NATO-Staaten auf der Sheppard Air Force Base durchgeführt. Mit Abschluss der Fortgeschrittenenausbildung erwerben die Flugschüler den Militärluftfahrzeugführerschein (MFS) und beginnen mit einer zwei monatigen Einweisung in die taktische Fliegerei. Den Abschluss der gesamten Ausbildung stellt auch hier das Type Rating auf die Muster TORNADO oder EUROFIGHTER dar, wofür noch einmal sechs Monate benötigt werden.

 

Derzeit betriebene Flugzeugmuster

  • Grob G 120A - Pilotenausbildung

  • F-4 Phantom - Jagdeinsätze, Luft-Boden-Angriffe

  • Tornado -Bekämpfung von Boden-/Seezielen/feindl. Luftabwehr, Elektronische Aufklärung

  • Eurofighter Typhoon - Jagdeinsätze

  • C-160D Transall - Personen- und Frachttransport

  • A310-304 MRTT - Fracht- und Personentransport, Luftbetankung, Verwundetentransport (MedEvac)

  • P-3C ORION - Seefernaufklärung, U-Boot-Jagd, Datenkommunikationsplattform

  • DO 228 - Verbindungsaufgaben und Überwachung von Meeresverschmutzung

  • A310/A319/A340 - Personen- und VIP-Transport bei der Flugbereitschaft BMVg

  • Global 5000 - Personen- und VIP-Transport bei der Flugbereitschaft BMVg

 

Derzeit betriebene Hubschraubermuster

  • UH-1D - leichte Mehrzweckaufgaben, Luftrettung (SAR-Einsätze), VIP-Transport

  • Mk.41 „Sea King“ - SAR-Dienst, leichte Mehrzweckaufgaben, Pilotenausbildung (Grundschulung)

  • CH-53G/GS - mittlere Transportaufgaben

  • Bo-105 - leichte Mehrzweckaufgaben, Bekämpfung von gepanzerten Bodenzielen

  • Mk.88A „Sea Lynx“ - Verbindungsaufgaben, U-Boot-Jagd

  • AS532U2 „Cougar“ - VIP-Transport

  • EC 135 - Pilotenausbildung

  • UHT „Tiger“ - Bekämpfung von gepanzerten Bodenzielen

  • NH 90 - leichte Mehrzweckaufgaben

 

 

 

Besoldung

Zu den großen Vorteilen der Bundeswehr zählt, dass man während der Ausbildung bereits eine Besoldung bezieht. Beginnend mit ca. 1500€ netto im Dienstgrad des Fliegers, steigt der Sold parallel mit dem Dienstgrad. Als Hauptmann, der höchste Grad bei einer Verpflichtung als Zeitsoldat, erhält man ca. 3400€ netto. Dazu kommen noch verschiedene Zulagen wie Kindergeld oder Auslandsverwendungszuschläge (AVZ).

 

Fazit

Es sollte jedem bewusst sein, dass es zu Situationen kommen kann, wo das Gelernte während eines Einsatzes mit Feindbeschuss auch angewendet werden muss. Wenn der eigene Beschluss, zum Fliegerischen Dienst der Bundeswehr zu gehen, trotzdem gefestigt ist, wird man einen abwechslungsreichen und teamorientierten Arbeitsplatz bekommen und moderne Technik wie den Eurofighter und A400M beherrschen lernen.

 

Fliegende Kampfverbände

  • Jagdbombergeschwader 31 "Boelcke"

  • Jagdbombergeschwader 32

  • Jagdbombergeschwader 33

  • Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann"

  • Jagdgeschwader 71 "Richthofen"

  • Jagdgeschwader 73 "Steinhoff"

  • Jagdgeschwader 74

Lufttransportverbände

  • Lufttransportgeschwader 61

  • Lufttransportgeschwader 62

  • Lufttransportgeschwader 63

  • Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg)

 

Heeresfliegerregimente 

  • Mittleres Transporthubschrauberregiment 15

  • Mittleres Transporthubschrauberregiment 25

  • Transporthubschrauberregiment 10

  • Transporthubschrauberregiment 30

  • Kampfhubschrauberregiment 26

  • Kampfhubschrauberregiment 36

 

Marinefliegerstaffeln

  • Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin"

  • Marinefliegergeschwader 5

 

Kontakt

über die kostenfreie Hotline 0800 9 80 08 80

oder

direkt an den Wehrdienstberater im Wehrkreis

 

Weitere Informationen: www.bundeswehr-karriere.de